Dec
28
2008
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Berufswahlunterricht an der Johannes- Häußler- Schule Neckarsulm – Versuch einer Bestandsaufnahme und eines Ausblicks Inhaltsübersicht:
1. Vorbemerkung:
Die Berufswahl stellt junge Menschen vor eine große Herausforderung. So früh wie sonst an keiner anderen Schulart werden die Jugendlichen mit Fragen nach der Ausbildung, nach einem anzustrebenden Beruf und ihrer kompletten Lebensplanung konfrontiert. Der Hauptschüler benötigt aus Sicht der JHS dringend Hilfen auf dem Weg zur Berufsfindung. Aufgabe der Schule ist es primär, diese Hilfen für das einzelne Kind zu liefern und den jungen Menschen auf dem Weg zur Berufsfindung fördernd zu begleiten. 2. Der Berufswahlunterricht im Bildungsplan 2004:
Die Berufliche Orientierung nimmt im Bildungsplan 2004 für Hauptschulen eine zentrale Rolle ein. So spricht Hertmut von Hentig in seiner Einführung in den Bildungsplan von der Beruflichen Orientierung als einer der zentralen Themen und Aufgaben der Hauptschule. Der Bildungsplan 2004 spricht weiter davon, dass es notwendig ist, sehr früh mit dem Prozess der Berufswahl zu beginnen: „Um den Berufswahlprozess anzubahnen, ist die frühzeitige Auseinandersetzung mit den Aspekten des Berufslebens notwendig.“ (S.126) Dazu sind „persönlichkeitsstärkende Maßnahmen“ notwendig.Am Ende der sechsten Jahrgangsstufe sollen die Schüler bereits über folgende Kompetenzen verfügen: Die Schülerinnen und Schüler - können Arbeitsplätze und Berufe in Familie und Umfeld erkunden und vorstellen- können ihren Wunschberuf beschreiben und begründen- erkennen, wie unterschiedlich Berufswege sein können Am Ende der neunten Jahrgangsstufe sollten die Schüler folgende Kompetenzen besitzen: Die Schülerinnen und Schüler - können verschiedene Berufe erkunden und verstehen, dass sich Berufsbilder im Wandel befinden- können Erfahrungen aus Erkundungen und Praktika reflektieren und präsentieren- können ihre Berufswünsche vor dem Hintergrund ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten einschätzen- kennen Zusammenhänge zwischen Arbeitsbelastung und Gesundheit und können diese bei der eigenen Berufswahl berücksichtigen- können geschlechtsspezifische Zuordnungen von Berufen kritisch reflektieren- kennen Wechselwirkungen zwischen Berufswahl, Lebensplanung und Geschlechterrolle und reflektieren diese in Bezug auf persönliche Lebensentwürfe- können Informations- und Beratungsstellen als Hilfe zur Berufswahl nutzen und Informationen auswerten- können sich auf einen Ausbildungsplatz oder auf eine Arbeitsstelle angemessen bewerben- verstehen die Bedeutung von Weiterbildung und lebenslangem Lernen- kennen gesetzliche Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der Berufsausbildung- können für berufliche Problemsituationen Bewältigungsstrategien und Handlungsmöglichkeiten entwickeln.
3. Der Berufswahlunterricht im Schulcurriculum der JHS:
Im Zuge der Bildungsplanreform hat sich die Johannes-Häußler-Schule in neues Leitbild gegeben und ein Schulcurriculum erstellt, das den Berufswahlunterricht an zentraler Stele der Bildungsarbeit an der Schule definiert. So wird ausgeführt: "Besonderen Wert legt die Johannes-Häußler-Schule auf die Begleitung und Vorbereitung der Schüler auf ihrem Weg ins Berufsleben. Der Übergang von der Schule ins Berufsleben ist Zielpunkt undOrientierungsmarke in der Hauptschule. Berufskundliche und technisch-wissenschaftliche Inhalte, Methoden und Lernformen sind wichtige Unterrichtsbestandteile in allen Klassenstufen. Die informationstechnische Grundbildung der Schüler und das Erlangen von Medienkompetenz bilden dabei die Basis für einen modernen Unterricht, der die Schüler auf die Herausforderungen der Zukunft in einer sich rasant verändernden technischen Welt vorbereitet. Die Umsetzung in die einzelnen Klassenstufen (Themen) zeigt zudem die Konzentration auf berufskundliche Schwerpunkte bereits ab der fünften Jahrgangsstufe."
4. Der Berufswahlunterricht und die Profilklassen an der JHS:
Grobkonzept für eine Neuorientierung der Klassenstufen 7 – 9 an der Johannes-Häußler-Schule Neckarsulm (GHWRS)
Ziele der Neuorientierung:
1. Stärkung der Schülerpersönlichkeit durch Förderung des individuellen Schülerprofils 2. Verbesserung der individuellen schulischen Leistungen des einzelnen Schülers 3. Verbesserung der Ausbildungsreife des einzelnen Schülers durch passgenaueren Berufswahlunterricht 4. Gezieltere Vorbereitung der Schüler auf die weitere schulische Ausbildung
Grundannahmen der Neuorientierung:
Grundzüge der Neuorientierung:
In den Klassenstufen 5 und 6 wird wie bisher im Fachbereich WAG und im Fachbereich MNT Grundlagenwissen erworben (Bedienung von Maschinen, Geräten und Grundtechniken). In diesen Klassenstufen werden wie bisher die „basics“ in Technik, Hauswirtschaft und ITG vermittelt. Im Verlauf der Klassenstufe 6 werden von der Klassenkonferenz bereits alle Schüler in Bezug auf Stärken in den Fächerverbünden beobachtet und analysiert. Die Erziehungsberechtigten werden bereits in Klasse 5 und verstärkt in Klasse 6 in den Analyseprozess einbezogen und in verbindlichen Gesprächen mit Klassen/Fachlehrern auf die Profilierungsmöglichkeiten ab Klasse 7 angesprochen und beraten. Am Ende der Klasse 6 erfolgt dann die Wahlentscheidung der Schüler/Eltern in Bezug auf das neue Fachprofil. Die Klassenkonferenz spricht dazu eine Empfehlung aus. Zu Beginn der Klassenstufe 7 werden die bisherigen Klassenverbände nun neu zusammengestellt. Es existieren dann drei Profilklassen. Klasse A: Klasse für Schüler mit einem handwerklich- technischen Profil Klasse B: Klasse für Schüler mit einem hauswirtschaftlich- pflegerischen Profil Klasse C: Klasse für Schüler mit einem naturwissenschaftlich- informationstechnischen Profil Diese Klassen bleiben dann im Grund bis zum Ende der Klasse 9 konstant, wobei ein Wechsel immer zum Schulhalbjahr möglich ist (nach Entscheidung Klassenkonferenz). Nach der Kompetenzanalyse in der Klassenstufe 7 (s.u.) ist ein Wechsel aufgrund des Analyseergebnisses nicht mehr an eine Klassenkonferenzentscheidung gebunden. Außer in den Fächerverbünden WAG und MNT ändert sich an der Verteilung und am Umfang der Unterrichtsstunden in den übrigen Fächern und Fächerverbünden nichts. Selbstverständlich werden auch die Angebote zum Zusatzunterricht für alle Klassen in gleichem Umfang angeboten wie bisher. Die Veränderungen in den Klassen stellen sich wie folgt dar: Handwerklich- technische Klasse: Die Inhalte und Kompetenzen des Fächerverbundes werden unter handwerklich- technischer Ausrichtung vermittelt. Der WAG- Unterricht wird in der Klassenstufe 7 dreistündig komplett im Technikraum durchgeführt. Es erfolgt eine Neuorientierung im Bereich der Themen, die in Richtung der technisch-handwerklichen Profilierung verändert werden. In der Klassenstufe 8 wird der WAG- Unterricht sechsstündig im Technikraum durchgeführt. Zwingend eingeführt wird der Einsatz betrieblicher Experten des Partnerunternehmens der Schule in den Unterricht. Die Bereiche Holz, Metall, Elektronik werden gleichgewichtig als Strukturelemente angesetzt. Es werden bewerbungsrelevante schulinterne Zertifikate von den Schülern erworben, die der Bewerbung beigefügt werden können(CNC-Pass…..).Beide Arbeitsplatzerkundungen werden in einem handwerklich- technisch orientierten Unternehmen durchgeführt. Das Betriebspraktikum wird zwingend in einem technischen Betrieb oder einem Handwerksbetrieb realisiert. Im Fächerverbund MNT liegt der Schwerpunkt in allen Klassenstufen auf physikalischen Fragestellungen. Der WAG- Lehrer sollte auch den kompletten MNT- Bereich in der Klasse unterrichten, um die Synergieeffekte zu nutzen. In der Klassenstufe 9 wird der Fächerverbund WAG komplett dreistündig im Technikraum durchgeführt. Die themenorientierte Projektprüfung wird zwingend unter technischem Schwerpunkt absolviert. Hauswirtschaftlich- pflegerische Klasse: Die Inhalte und Kompetenzen des Fächerverbundes werden unter hauswirtschaftlich- pflegerischer Ausrichtung vermittelt. Der WAG- Unterricht wird in der Klassenstufe 7 dreistündig komplett im HTW- Raum oder der Küche durchgeführt. Es erfolgt eine Neuorientierung im Bereich der Themen, die in Richtung der hauswirtschaftlich-pflegerischen Profilierung verändert werden. In der Klassenstufe 8 wird der WAG- Unterricht sechsstündig im HTW- Raum/Küche durchgeführt. Zwingend eingeführt wird der Einsatz betrieblicher Kooperationspartner (Fachschule, Pflegeheim) der Schule in den Unterricht. Die Bereiche Nahrungszubereitung, Textile Werkformen und Erziehung/Pflege werden gleichgewichtig als Strukturelemente angesetzt. Es werden bewerbungsrelevante schulinterne Zertifikate von den Schülern erworben, die der Bewerbung beigefügt werden können (Kochpass…..). Beide Arbeitsplatzerkundungen werden in einem hauswirtschaftlich/pflegerischen Unternehmen durchgeführt. Das Betriebspraktikum wird zwingend in einem hauswirtschaftlich/pflegerisch orientierten Betrieb realisiert. Im Fächerverbund MNT liegt der Schwerpunkt in allen Klassenstufen auf chemischen und biologischen Fragestellungen. Der WAG- Lehrer sollte auch den kompletten MNT- Bereich in der Klasse unterrichten, um die Synergieeffekte zu nutzen. In der Klassenstufe 9 wird der Fächerverbund WAG komplett dreistündig im HTW- Raum/Küche durchgeführt. Die themenorientierte Projektprüfung wird zwingend unter hauswirtschaftlich-pflegerischem Schwerpunkt absolviert. Naturwissenschaftlich- informationstechnische Klasse: Die Inhalte und Kompetenzen des Fächerverbundes werden unter naturwissenschaftlich/informationstechnischer Ausrichtung vermittelt. Der WAG- Unterricht wird in der Klassenstufe 7 zweistündig in Technikraum/Küche und einstündig im Informatikraum durchgeführt. Es erfolgt eine Neuorientierung im Bereich der Themen, die in Richtung der naturwissenschaftlich-informationstechnischen Profilierung verändert werden. In der Klassenstufe 8 wird der WAG- Unterricht zweistündig im Technikraum und zweistündig im HTW- Raum/Küche durchgeführt. Zwei Stunden werden im Informatikraum angesetzt. Zwingend eingeführt wird der Einsatz betrieblicher Experten des Partnerunternehmens der Schule in den Unterricht. Zu den klassischen technischen und hauswirtschaftlichen Inhalten werden zusätzliche Kompetenzen im Bereich der Datenverarbeitung und der Bionik vermittelt. Es werden bewerbungsrelevante schulinterne Zertifikate von den Schülern erworben, die der Bewerbung beigefügt werden können (Serienbrieferstellung…...). Die Arbeitsplatzerkundungen finden zwingend in einem informationstechnisch orientierten Unternehmen statt. Das Betriebspraktikum wird zwingend in einem informationstechnischen Betrieb realisiert. Im Fächerverbund MNT liegt der Schwerpunkt in allen Klassenstufen auf grundlegenden übergreifenden naturwissenschaftlichen Fragestellungen. Verstärkt wird die praktische Laborarbeit. In der Klassenstufe 9 wird der Fächerverbund WAG tertialsweise im Technikraum, HTW- Raum und im Informatikraum unterrichtet. Die themenorientierte Projektprüfung wird zwingend unter informationstechnischem oder naturwissenschaftlichen Schwerpunkt absolviert. Kompetenzanalyse in Klassenstufe 7: Im Laufe des ersten Schulhalbjahres der Klassenstufe 7 wird bei allen Schülern eine abgesicherte Kompetenzanalyse durchgeführt. Diese Analyse soll Auskunft über Stärken und Entwicklungsrichtungen des Schülers geben. Die Ergebnisse dieser Analyse fließen in einen individuellen Förderplan ein. Dieser Förderplan begleitet den Schüler bis zum Ende der Hauptschulzeit und enthält Vorschläge zur weiteren Förderung in den Kompetenzschwerpunkten und konkrete Hilfsangebote sowie Zielvereinbarungen zwischen Schülern, Eltern und Lehrern. Ziel ist die möglichst optimale Förderung des Schülers. Als Methoden können sowohl bestehende Kompetenzanalyseinstrumente (Agentur für Arbeit, Berufsschulen), die nur auf die entsprechende Altersstufe „heruntergebrochen“ werden müssen, oder aber neu zu entwickelnde Instrumentarien dienen.
Zusätzliche mögliche Maßnahmen der Profilbildung:
Angestrebt werden über die beschriebenen Strukturveränderungen hinausgehende weitere Maßnahmen zur Stärkung des individuellen Schülerprofils
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